Antizyklisches Investieren

Da der Aktienmarkt stark durch Emotionen und weniger durch pures rationales Denken geprägt ist, ist man gut darin beraten nicht auf jeden Hype aufzuspringen und auch nicht in jeder Panik zu verkaufen. Tatsächlich sind die erfolgreichsten Investoren genau diejenigen, die unterbewertete Unternehmen kaufen und diese dann über einen langen Zeitraum halten und in der Euphorie Gewinne realisieren. Das ist natürlich leichter gesagt als getan und der Versuch hier ein genaues Timing zu erreichen wird häufig bestraft, denn vorhersehen kann eine Kursentwicklung niemand.

Höhen und Tiefen

Nichtsdestotrotz sollte man bei allzu großer Euphorie vorsichtig sein und sich nicht blind mittreiben lassen. Ein sehr gutes Beispiel ist hier der Bitcoin. Der rapide Anstieg im Dezember 2017 ging einher mit einer großen Medienberichterstattung und trotz vieler kritischer Warnungen ließen sich viele dazu hinreisen auf den Hype aufzuspringen. Ein guter Indikator für eine Übertreibung sind ständige Medienpräsenz und großes Interesse von Menschen, die mit dem Thema zuvor nichts am Hut hatten.

Anders herum kann so etwas allerdings auch passieren. Wenn praktisch keiner mehr etwas von Aktien hören will und alle überzeugt sind, dass die Wirtschaft sich nie wieder erholt, ist vermutlich ein guter Einstiegzeitpunkt gefunden.  Der besonnene Anleger kann davon profitieren, indem er diese Phase als Einstieg nutzt. “Kaufen, wenn in den Straßen Blut fließt” kommt nicht von ungefähr. Problem ist allerdings auch hier, das es sich in dem Moment sehr falsch anfühlt Aktien zu kaufen. Seit es die Börse gibt hat es sich jedoch immer gelohnt.

Eine Typfrage

Der antzyklische Investor nutzt solche Phasen für sich aus und kauft in Phasen der Panik und verkauft in Zeiten der Euphorie. Es klingt allerdings einfacher als es ist, denn hier gilt: Danach ist man immer schlauer. Es passiert nicht selten, dass man mit dieser Strategie in das fallende Messer kauft oder die große Rally verpasst, weil man zu früh aussteigt.

Antizyklisches investieren ist also risikobehaftet und erfordert ein gewisses Verständnis vom Marktgeschehen. Für einen passiven Sparer ist der Sparplan die klügere Wahl.