Basiswissen

Ob Du nun aktiv mit dem Aktienhandel beginnen oder nur langfristig investieren willst, es gibt Dinge, die Du vor dem Start beachten solltest. Damit der Einstieg in den Aktienhandel so reibungslos wie möglich verläuft, solltest du die folgenden Punkte durchlesen.

Aktien und Börsen

Aktien sind verbriefte kleine Anteile an einem Unternehmen. Der Aktienkurs spiegelt den Wert des Unternehmens und seinen Ausblick wider, der von den Handelnden bestimmt wird. Aktien haben keinen festen Preis, sie schwanken ständig, jede Sekunde eines jeden Tages. Der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage und die Preisbildung ist gar nicht mal so einfach, denn ein Ergibt sich durch die Maximierung des Umsatzes. Hier eine detaillierte Beschreibung dazu.

Aktien handeln an einer Börse, wie z.B. an der deutschen Börse zu bestimmten Handelszeiten (9:30 bis 16:00 Uhr) an Werktagen. In den USA an der NYSD und NASDAQ findet der Handel zu deutscher Zeit zwischen 15:30 und 22:00 Uhr statt. Grundsätzlich sollte man immer zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Heimbörse handeln, da das Volumen hier am größten ist.

Ein weiterer wichtiger Handelsplatz ist Tradegate, hier können Aktien von 8:00 bis 22:00 Uhr gehandelt werden. Die meisten Käufe und Verkäufe von Aktien finden während dieser Stunden statt. Es gibt allerdings auch den vor- und nachbörslichen Handel.

Handeln und Gewinn erzielen

Um einen Handel zu tätigen, benötiget man das “Ticker”-Symbol der Aktie. Meistens bieten die Broker eine Suche an, sollte diese nicht gut funktionieren empfehle ich finanzen.net oder einfach Google. Ticker sind einfach nur eine eindeutige Abkürzung für ein Wertpapier eines Unternehmens.

Du kannst Aktien kaufen und dann versuchen, sie zu einem höheren Preis zu verkaufen, oder Sie zuerst (leer) verkaufen und versuchen, sie zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Letzteres ist ein Leerverkauf und ist eher etwas für kurzfristige Anleger und Trader. Es gibt einige wichtige Begriffe, die man kennen sollte, bevor man loslegt:

  • Marktkapitalisierung: Börsenwert eines Unternehmens
  • Anleihe: Kein Anteil am Unternehmen, sondern ein festverzinstes Wertpapier, dass auch gehandelt werden kann, also ein ähnlich wie ein Kredit, den man dem Unternehmen gewährt.
  • Aktienindex: Mehrere Aktien werden zu einem Index zusammengefasst (z.B. DAX, NASDAQ)
  • Derivate: Finanzprodukte, die an einen Basiswert gekoppelt werden, aber meist über einen Hebel verfügen, daher spekulativer Natur sind.
  • Dividende: Schüttet ein Unternehmen Gewinn an seine Aktionäre aus, bekommt jeder Aktionär pro Aktie diesen Gewinn ausgezahlt (abzüglich Steuern)
  • Dividendenrendite: Das Verhältnis von gezahlter Dividende zum Kurs, also der Zins, den man erhält.
  • Cashflow: Der Cashflow repräsentiert die Liquidität eines Unternehmens, er stellt die Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Es gibt verschiedene Arten. z.B. der Freie Cashflow, der angibt wieviel Überschuss ein Unternehmen erwirtschaftet (was für Aktionäre übrigbleibt) oder der operative Cashflow, der einen Indikator für die Innenfinanzierungskraft darstellt.
  • KGV: Das Kurs/Gewinn Verhältnis ist, wie der Name schon sagt ein Verhältnis. Es wird häufig dafür verwendet um eine Aktie als günstig oder teuer einzustufen.
  • Bid: (Nachfrage) Höchster Kurs zu dem ein Bieter kaufen möchte
  • Ask: (Angebot) Niedrigester Kurs zu dem ein Verkäufer verkaufen möchte
  • Spread: Die Differenz zwischen Bid und Ask
  • Fond: Eine Investmentgesellschaft, die Vermögen verwaltet legt einen Fond auf, um das Geld ihrer Kunden zu betreuen und verlangt dafür eine Gebühr. Fonds gibt es in allen Facetten, von Immobilien, Rohstoffen, über Aktien und Venture Capital. Auch Rinder- und Gemüsefond ist beliebt 🙂
  • ETF: ETFs sind ähnlich wie Fonds, aber werden nicht aktiv von einem Fondmanager verwaltet, sondern bilden einen Index ab, beispielsweise den DAX. Durch die Passivität ist ein ETF im Schnitt günstiger, als ein Fond. Die Wertentwicklung eines ETFs entspricht ungefähr dem angelehnten Index.
  • IPO: Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, gibt es einen Initial Public Offering, an dem die Aktie gezeichnet werden kann, bevor Sie über die Börse gehandelt wird.

Strategie

Was für ein Börsentyp bist du? Willst du Day-Trader sein? Möchtest du ein paar Mal pro Monat handeln? Oder bist du doch eher Investor und kaufst Aktien langfristig?

Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, man muss wissen, was man möchte. Day-Trading ist praktisch ein Vollzeitjob, zumindest aber kostet es sehr viel Zeit und ist auch eher etwas für Profis. Trades überdauern oft nur wenige Minuten. Swing Trading geht über längere Zeiträume, um von unterschiedlichen Phasen zu profitieren. Langfristiges investieren bedeutet ein Unternehmen über mehrere Jahre zu kaufen. Die Ansätze unterscheiden sich deutlich voneinander. Bei ersteren steht der Chart und die technische Analyse im Vordergrund, wohingegen beim Investieren das Unternehmen mit seinen Fundamentaldaten und dem langfristigen Ausblick wichtiger wird.

Eigenkapital

Als Daytrader braucht es mehr Geld, um wirklich vernünftig Rendite zu erwirtschaften. 25.000 Euro sollten es schon sein. Wenn das nicht möglich ist, macht Daytrading wenig Sinn.

Swing Trading hat keine Mindestkapitalanforderung, aber damit sich das lohnt sollte man auch keine kleinen Summen handeln, sonst sind die Gebühren zu hoch. Oftmals wird auf gehebelte Produkte gesetzt, da hier schnelles Geld verdient (oder verloren) werden kann und es braucht weniger Kapital.

Investieren erfordert weniger Kapital. Da der Handel über einen langen Zeitraum gehalten wird, spielen Provisionen keine so große Rolle. Daher kannst du damit beginnen, Aktien zu kaufen, sobald du Lust dazu hast. Im Prinzip sollte man aber auch hier die Provisionen im Blick haben. Häufig kostet jeder Handel eine Mindestgebühr, daher ist es auch hier sinnvoll größere Tranchen zu kaufen oder günstige Sparpläne zu nutzen.

Broker und virtuelles Geld

Es gibt unzählige Anbieter und auch unzählige Vergleichsseiten dazu. Im Prinzip kommt es ganz darauf an, was man will. Für das Investieren ist es nicht unbedingt notwendig einen Broker zu verwenden, der auf Daytrader ausgelegt ist, oftmals reicht ein Depot bei der eigenen Bank aus. Die Kriterien sollten aber sein:

  • niedrige Kosten (niedrige Provisionen und Gebühren)
  • zuverlässig und übersichtlich
  • bevorzugt einen Unternehmenssitz in Deutschland

Jeder Broker bietet eine Handelsplattform an. Dies ist die Technologie, mit der Sie Aktienkurse einsehen, Charts ansehen, recherchieren und vor allem Bestellungen aufgeben können. Viele Broker bieten Demokonten an.

Die meisten Broker bieten es an mit virtuellem Geld zu handeln, um ein Gefühl für die Börse zu entwickeln. Man kann sich so an den Handel herantasten, Strategien ausprobieren und Ergebnisse vergleichen.

Los geht’s

Der Aktienhandel ist spannend, denn es lässt sichg sehr viel über Wirtschaft und Unternehmen lernen. Welche Branchen es gibt und wie reagieren diese auf das Marktgeschehen. Dennoch Aktienhandel ist risikobehaftet. Märkte unterliegen Trends, dazu gehören Aufwärtstrends, Abwärtstrends und Seitwärtsbewegungen. Dies können unterschiedlich intensiv sein. Es ist zwar langfristig ein Trend nach oben vorhanden, der durch Inflation und Wirtschaftswachstum getrieben wird, es gibt aber auch Crashs, die auf Phasen der Euphorie folgen oder durch externe Einflüsse ausgelöst werden. Niemand kann hellsehen und voraussagen wann ein Crash kommt, aber man sollte kein Geld investieren, auf das man kurzfristig angewiesen ist. Jeder Einzelne muss eine Strategie finden, die für ihn, seine Ziele und seine persönliche Situation funktioniert.