Bayer (DE000BAY0017)

Da keine Impfstoffe oder Behandlungen für COVID-19 auf dem Markt sind, evaluieren viele Unternehmen des Gesundheitswesens bestehende medikamentöse Behandlungen, um zu sehen, ob sie bei COVID-19 wirksam sein könnten. Bayer gehört auch zu diesen Unternehmen. Obwohl es noch zahlreiche Tests gibt, die durchgeführt werden müssten, ist das Malariamedikament Chloroquin von Bayer relativ kostengünstig und möglicherweise genauso wirksam wie andere antivirale COVID-19-Behandlungen, die derzeit entwickelt werden. 

Breit aufgestellter Gesundheitskonzern

Bayer ist in drei Segmenten tätig. Da ist zunächst das Segment Crop Science, das nach Bayer das “weltweit führende Agrarunternehmen” ist. In diesem Segment werden verschiedene landwirtschaftliche Produkte wie Saatgut und Herbizide verkauft. Zweitens gibt es das pharmazeutische Geschäft des Unternehmens. Schließlich gibt es die Consumer-Health-Division von Bayer, die rezeptfreie medizinische Produkte verkauft.

Bayer setzt auf zwei weltweite Trends, um sein Geschäft in Zukunft wachsen zu lassen. Das Unternehmen argumentiert, dass die Weltbevölkerung sowohl wächst als auch altert. Das Crop-Science-Geschäft vertreibt Produkte, die für ein gesundes Wachstum von Agrarprodukten unverzichtbar sind, und das Pharma- und Consumer-Health-Geschäft bietet der Öffentlichkeit medizinische Produkte an, was zeigt, dass Bayer diese Herausforderungen annehmen und davon profitieren will. Daher der Marketingspruch des Unternehmens: “Gesundheit für alle, Hunger für keinen”.

Übernahme von Monsanto

Die Übernahme von Monsanto hat bereits vor Corona den Aktienkurs von Bayer stark belastet. Mit >13.000 anhängigen Klagen wird behauptet, dass Glyphosat Krebs verursacht. “Gesundheit für alle”, nun ja. Bayer steht also ein langer und teurer Prozess bevor, der jedoch längst eingepreist ist. Analysten sehen Bayer überwiegend als “unterbewertet”.

Bayer hat das wohl eines der umstrittensten Unternehmen der Welt gekauft. Monsanto steht nicht nur wegen Glyphosat in der Kritik, auch das Geschäftsgebaren rund um das Saatgut steht immer wieder in der Kritik. Pharmaunternehmen, Waffenhersteller, Tabakfirmen sind generell ein heißes Pflaster und man kann durchaus die Frage stellen, ob es ethisch vertretbar ist ein solches Unternehmen zu kaufen. Auf der anderen Seite war Bayer vor der Übernahme verhältnismäßig vorbildlich, was Nachhaltigkeit betrifft und ertragreiche Nahrungsmittelsaat ist per se nichts Schlechtes. Die Frage ist, wie Bayer zukünftig damit umgeht.

Fundamental

Im Aktienfinder lassen sich die fundamentalen Daten zu Bayer anzeigen. Bayer ist ein recht zuverlässiger Dividendenzahler mit relativ hoher Dividendenrendite (~4%). Umsatz und Gewinn entwickeln sich mit etwas Schwankungen eher langsam, großes Wachstum ist nicht zu erwarten. Massive Aktienrückkäufe gab es keine (oberes Schaubild). Mit einer Schuldenquote um die knapp 65% ist Bayer nicht übermäßig hoch verschuldet, hat allerdings durch die Übernahme wenig Cash und möglicherweise zu viel für die Übernahme bezahlt, was man am Goodwill schlussfolgern könnte. (unteres Schaubild).

Bayer ist als Gesundheitsunternehmen möglicherweise ein Profiteur der Krise und könnte aufgrund der niedrigen Bewertung langfristig ein echtes Schnäppchen sein.

 

April 1, 2020

Leave a reply