Bias und andere Fallen

Der sogenannte „Bias“ stellt eine Voreingenommenheit oder ein Vorurteil dar. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn es um die Auswahl und Bewertung von Unternehmen geht.

Confirmation Bias

Der Bestätigungsbias ist uns auch unter dem Begriff „Filterblase“ bekannt. Nach dem Kauf einer Aktie werden negative Nachrichten ignoriert und positive Nachrichten überbewertet. Wir möchten eine Bestätigung dafür, dass wir uns richtig endschieden habe. Dieser Bias tritt eigentlich in allen Aspekten unseres Lebens auf und nur rationales Reflektieren kann uns hier weiterhelfen.

Disposition Effect

Der Dispositionseffekt beschreibt den Unterschied in der Bewertung von Verlusten und Gewinnen. Wir tendieren dazu zu früh Anteile zu verkaufen, deren Wert gestiegen ist und hingegen schlechte Anlagen zu lange zu halten. Frei nach dem Motto „Das muss doch wieder steigen“.

Endowment Effect

Der Besitz eines Wertpapiers erhöht automatisch den Wert, den wir dem Wertpapier zusprechen. Das ist auch irgendwo klar, denn wenn wir uns für ein Wertpapier endscheiden, möchten wir gerne richtig liegen.

Hindsight Bias

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wenn wir beispielsweise im Nachhinein Google oder Amazon betrachten ist sich jeder sicher, dass es ja vorhersehbar war, dass diese so erfolgreich sein werden. Tatsächlich war es das aber nicht wirklich und Glück spielt eine große Rolle.

Illusion of Control und Overconfidence

Dass Glück eine große Rolle spielt, wollen wir aber nicht so recht akzeptieren und so geben wir und dem Gefühl hin, dass wir in irgendeiner Form Einfluss auf Ereignisse hätten, den wir nicht haben. Tritt ein Ereignis ein machen wir uns selbst dafür verantwortlich und bestärken uns damit, während wir bei Misserfolg dem Zufall die Schuld geben.

Beispiel: In einer Studie wurde den Teilnehmern gezeigt, dass sie fester würfeln sollen, um eine hohe Augenzahl zu erreichen, und weicher, wenn sie eine kleine Augenzahlbenötigen. Die Art des Würfelns hat natürlich keinen Einfluss auf die gewürfelte Zahl, aber die Probanden glaubten trotzdem, dass sie die Kontrolle hätten.

Home Bias

Anleger tendieren dazu Unternehmen, die im eigenen Land bekannt sind zu bevorzugen, obwohl Sie schlechter dar stehen als die Konkurrenz aus dem Ausland. Auch wer Bekannte hat, die in dem Unternehmen arbeiten wird, sich davon positiv beeinflussen lassen. Aus Renditesicht ist das sicherlich nicht optimal.

Trend Bias

Anleger verfolgen oft die Wertentwicklung der Vergangenheit in dem Irrglauben, dass historische Verläufe die zukünftige Wertentwicklung vorhersagen. Diese Tendenz wird durch die Tatsache erschwert, dass viel Marketing betrieben wird, wenn die bisherige Performance hoch ist.  Das kann aber auch so aussehen, dass ein Anleger nach einem Kurssturz glaubt er müsse die Chance nutzen, da in der Vergangenheit die Kurse viel höher waren.